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Bagger-Protest von Bauarbeitern aus der Region

Bagger-Protest von Bauarbeitern aus der Region

Foto: IG BAU Region Westfalen

Bagger-Protest in Dortmund: Am kommenden Freitag 21.08.2020, demonstrieren
Delegationen von Bauarbeitern aus der Region für höhere Löhne und bessere
Arbeitsbedingungen – und fahren dabei schweres Gerät auf.

Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) mit.

Foto: IG BAU

Hintergrund ist der festgefahrene Tarifkonflikt in der Branche. „Mit ihrem Protest wollen die Beschäftigten  den Druck auf die Arbeitgeber in der laufenden Tarifrunde erhöhen. Denn sie sind es, die durch ihre Arbeit den Bau-Boom auch in der Coronakrise am Laufen halten“, sagt
Sven Bönnemann, Vize-Regionalleiter der IG BAU Westfalen.

Trotz guter Wirtschaftslage hätten die Bauverbände in der seit Mai andauernden
Tarifrunde noch kein Angebot vorgelegt, so die Gewerkschaft.

„Der Unmut auf den Baustellen wird immer größer. Während ein Großteil der Republik ins Homeoffice gegangen ist, haben die Bauleute weiter zugepackt. Dafür erwarten sie jetzt eine
Anerkennung“, betont Bönnemann.

Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt das Bauhauptgewerbe in Nordrhein-Westfalen 157.000 Menschen. Bundesweit zählt die Branche gut 850.000 Beschäftigte. Laut Statistischem Bundesamt steigerten Bauunternehmen ihren Umsatz in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz Pandemie um 7,1 Prozent.

Nach Schätzungen des Ifo-Instituts waren im Juli lediglich zwei Prozent der Beschäftigten im Hoch- und Tiefbau in Kurzarbeit.

Die IG BAU fordert ein Lohn-Plus von 6,8 Prozent, mindestens jedoch 230 Euro mehr
im Monat. Azubis sollen 100 Euro zusätzlich bekommen.

Außerdem pocht die Gewerkschaft auf einer Entschädigung der langen, meist unbezahlten Fahrerei zu den Baustellen, die für Beschäftigte oft unkalkulierbar sind.

Nach drei ergebnislosen Verhandlungsrunden stehen die Signale auf Schlichtung.
Schlichter ist der Präsident des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel. „Sollte auch
dieser Versuch scheitern, steht der westfälischen Baubranche ein heißer Herbst
bevor“, so Bönnemann.

Quelle: Rundblick Unna