Aus der Region

Die Schlichtung solls nun richten
Verhandlungen in der Zement- und Dämmstoffindustrie Nordwestdeutschland

© IG BAU (Martin Mura)
24.10.2017
Wer nicht verhandeln will, muss fühlen: Rund 300 Beschäftigte der Zement- und Dämmstoffindustrie Nordwestdeutschland machten gestern in Sendenhorst gegenüber der Arbeitgeberseite ihrem Unmut lautstark Luft. Anlässlich der dritten Verhandlungsrunde hatten IG BAU und IG BCE zu einer Kundgebung am Verhandlungsort eingeladen.

Die Forderung ist klar: 4,8 Prozent mehr Lohn und Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Das machten die Demonstranten unmissverständlich klar.

Doch trotz langwieriger Verhandlungen gaben sich die Arbeitgeber keinen Ruck, um IG BAU und IG BCE entgegenzukommen. Letztere erklärten daraufhin die Verhandlungen für gescheitert.

Die Schlichtung soll’s nun richten. Bis dahin ist vor allem eins sicher: Weitere Aktionen folgen.

Tief im Westen ist die IG BAU weiblich
Die sonst Unsichtbaren machen laut.
Die sonst Unsichtbaren machen laut. © IG BAU (Jürgen Rümmler)
22.09.2017
Im Bezirksverband Bochum-Dortmund haben die Frauen das Zepter in der Hand. Zumindest, wenn man die Führung der örtlichen Gewerkschaft betrachtet. Neben der Vorsitzenden Gabriele Henter bringt sich auch Petra Vogel als Stellvertreterin aktiv ein.

Die Bochumerin arbeitet als Reinigungskraft in einem großen Krankenhaus und leitet im Bezirksverband die Fachgruppe Gebäudereinigung. „Mir macht das Arbeiten mit den Kolleginnen sehr viel Spaß. In den letzten Jahren haben wir viele tolle Aktionen auf die Beine gestellt. Ich bin sehr stolz darauf, mit so vielen starken Frauen zusammenzuarbeiten“, so Vogel.

Wie jedes Jahr hat sich auch 2017 die aktive Fachgruppe etwas besonderes zum Tag der Gebäudereinigung einfallen lassen. Unter dem Motto „Rente muss zum Leben reichen“ protestierten die Ehrenamtlichen in der Dortmunder Innenstadt. Mit Pappschildern und verkleidet als Rentner marschierend machten sie ihren Unmut Luft.

„Wer so wie ich 40 Jahre in der Gebäudereinigung tätig ist, bekommt eine Rente, die nicht zum Leben reicht. Wenn ich bald in den Ruhestand gehe, kann ich mir gar nichts mehr leisten. Da muss ich gar nicht erst überlegen, ob ich mir mal ein Eis oder etwas vom Imbiss hole. Dann geht es nur ums nackte Überleben“, so Petra Vogel weiter.

Dass aber auch ernste Themen Spaß machen, stellt die Fachgruppe Gebäudereinigung immer wieder unter Beweis. Mit knackigen Sprüchen unterstreichen sie, was ihnen wichtig ist. So stand Mitte Juni auf ihren Plakaten:

  • Geackert wie ein Tier, reicht die Rente noch nicht mal für ein Bier!
  • Oma & Opa sollten den Kindern heimlich Geld geben und nicht Flaschen sammeln.
  • Malocht ein Leben lang – Altersarmut heißt der Dank.
  • Nach uns die Armut.

Und so gab es neben Transparenten auch Rollatoren, Masken und Rollstühle, um auf die schlechte Situation von Rentnerinnen und Rentnern aufmerksam zu machen.

Petra Vogel, die im Alter höchstens eine Rente von knapp 650 Euro erwarten kann, brennt dieses Thema besonders unter den Nägeln. In den unterschiedlichsten Veranstaltungen von Bezirks- oder Stadtverband oder auf der ganz großen Bühne nimmt sie klar Stellung und fordert vehement, dass die Rente zum Leben reichen muss.

„Wir haben in den letzten Monaten sehr viel mit Bundestagskandidaten diskutiert. Vor der Wahl bekommen wir zum Glück etwas mehr Gehör. Ich freue mich, dass wir vor Ort alles Mögliche auf die Beine stellen können, damit die Politik endlich versteht, was uns unter den Nägeln brennt“, so Reinigungskraft Vogel weiter.

Einen besonderen Coup gelang der Bochumerin in der ZDF-Sendung „Klartext Merkel“. Vor 3,8 Millionen Zuschauern fragte sie die Kanzlerin, warum es nicht möglich ist, dass in Deutschland jeder eine Rente bekommt, die zum Leben reicht. Als Angela Merkel nur eine dürftige Antwort gab, hakte unsere IG BAU-Kollegin nach und sorgte für Sprachlosigkeit bei der Bundeskanzlerin.

Vogel: „Ich habe Frau Merkel gefragt, warum es in Deutschland nicht möglich ist, ein faires Rentensystem oder eine Bürgerversicherung zu schaffen, wo die Menschen wenigstens eine Grundrente von 1000 oder 1050 Euro bekommen können. Dann müssen die Rentner nicht nach 40 Jahren Arbeiten am Bahnhof rumstreichen, um Flaschen und Dosen zu sammeln.“ Und weiter unterstreicht sie: „ Ich habe große Angst vor der Rente. Es ist ja nicht so, dass ich jetzt schon in Saus und Braus gelebt habe. Wie soll ich von den paar Kröten, die ich verdiene, noch etwas weglegen?“

IG BAU (Jürgen Rümmler

Aufgehört wird erst, wenn gar nichts mehr geht.

IG BAU (Jürgen Rümmler

Laut machen, für ihre Forderungen einsetzen …

IG BAU (Jürgen Rümmler)

… und neue Verbündete in anderen Objekten gewinnen.

IG BAU (Fürgen Rümmler)

Auch Günter Wallraff unterstützt.

Um einen Weg aus der Spirale zu schaffen, setzt sich die Fachgruppe Gebäudereinigung im Ruhrgebiet für gerechte Löhne ein. So bereiten sie aktuell wieder kreatives Demomaterial vor, um die Tarifkommission bei den Verhandlungen zu unterstützen. Sei es, als Nikolaus, der seinen Liebsten zu den Feiertagen mal eine Freude machen will, oder wieder mit markigen Transparenten. Sicher ist, dass die Frauen aus dem Bezirksverband Bochum-Dortmund nicht aufhören, sich Gehör zu verschaffen.

IG BAU – die tun was!

Ein Beitrag der Fachgruppe Gebäudereinigung und des Branchensekretärs Sascha Brüggemann. 

Soziale Schere, wohin führt der Weg?

© IG BAU (Jürgen Rümmler)
24.08.2017
Themen wie „Alters- und Kindesarmut“, „Kluft zwischen Arm und Reich“, „Rente“, „Mindestlohn und Werksverträge“ standen am gestrigen Mittwoch im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde, zu der der IG BAU-Kreisverband Soest eingeladen hatte – unter dem Motto „Soziale Schere, wohin führt der Weg?“

„Mehr als 25 Prozent der Beschäftigten arbeiten heute im Niedriglohnsektor. Teilzeitbeschäftigung, Leiharbeit oder Minijobs bringen uns Renten, die niemals zum Leben ausreichen“, betonte Bernard Pohl, IG BAU-Kreisvorsitzender.

Unter der Diskussionsleitung von Sabine Katzsche-Döring erläuterten Vertreter verschiedener demokratischer Parteien ihre Positionen und Lösungsansätze.

Auf dem Podium saßen: Wolfgang Hellmich (SPD), Hans-Jürgen Thies (CDU), Fabian Griewel (FDP), Shahabuddin Miah (Bündnis 90/Die Grünen) und Robert Helle (Die Linke).

Der BZV OWL im Jahre 2021

Der Bezirksverband OWL im Jahre 2021

15.05.2017
Unter dieses Motto hat der Bezirksvorstand der IG BAU OWL seinen Klausurtag gestellt. Sich besser kennenlernen, gemeinsam die künftige Arbeit zu planen und Wege zu überlegen, wie diese umgesetzt werden kann war der Wunsch des gesamten Vorstandes

Unterstützt durch unseren Moderator Peter Kern haben wir in die Zukunft geschaut, überlegt, wo wir in knapp vier Jahren stehen wollen. Davon ausgehend war dann einer der nächsten Schritte was wir als selbst als Themen setzen wollen. Bauen 4.0, ein Arbeitskreis für ehrenamtliche RichterInnen im Bezirksverband, die Reaktivierung und Neugründung von Baustellenteams waren nur einige Themen, die künftig bearbeitet werden. In einem Vereinbarungskatalog haben wir dann unsere nächsten Vorhaben festgehalten und auch festgelegt wer für was verantwortlich ist und auch, wer dabei unterstützt. Nach dieser sehr spannenden und diskussionsreichen Klausurtagung und vielen klaren Vorhaben fühlen sich alle gut gerüstet für die nächsten Schritte.

Ein Beitrag unserer Kollegin Sabine Katzsche-Doering.

Naturstein- und Naturwerksteinindustrie NRW: Einigung
04.05.2017
Nach mehreren Verhandlungsrunden einigten sich die Tarifvertragsparteien bei den Verhandlungen für die Beschäftigten in der Naturstein- und Naturwerksteinindustrie Nordrhein-Westfalen auf nachfolgendes Ergebnis:

Für die Beschäftigten und Auszubildenden in der Natursteinindustrie erhöhen sich die Entgelte ab 1. Mai 2017 um 2,3 Prozent bzw. 30 Euro je Ausbildungsjahr.

In der Naturwerksteinindustrie erfolgt die Tariferhöhung ab 1. Oktober 2017.

Für alle Beschäftigten in der Natur- und Naturwerksteinindustrie erfolgt eine zweite Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um 2,1 Prozent ab 1. Mai 2018.

Der Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit vom 1. April 2017 bis 31. März 2019.

Dankeschön!

© alle Fotos: IG BAU (Jürgen Rümmler)
08.03.2017
Danke an die Kolleginnen und Kollegen in der Gebäudereinigung – anlässlich des Internationalen Weltfrauentags wurden von der IG BAU in Objekten in Bochum und Dortmund Rosen verteilt.
 
IG BAU und SOKA BAU Pilotaktion Gesamtrente Bau gestartet
Von links: Jürgen Hammann SOKA-BAU, Steffen Spengler SOKA-BAU und IG BAU Mitglied Ralf Marquardt<br /><br />
Von links: Jürgen Hammann SOKA-BAU, Steffen Spengler SOKA-BAU und IG BAU Mitglied Ralf Marquardt
© IG BAU (Bodo Matthey)
21.11.2016
Die IG BAU Region Westfalen bietet exklusiv für ihre Mitglieder aus dem Bauhauptgewerbe eine individuelle Beratung zu den Renten von SOKA-BAU (Rentenbeihilfe/TRB + TZR) und der gesetzlichen Rentenversicherung in ihrem Büro an. Die Beratung wird von SOKA-BAU (hier von Steffen Spengler) durchgeführt

In einem ersten Pilotversuch wurden ca. 200 im BHG Beschäftigte, Jahrgang 1965 und älter aus dem Großraum Dortmund sowie ca. 200 im BHG Beschäftigte, Jahrgang 1966 – 1986 aus dem Großraum Dortmund angeschrieben.

Es werden jeweils drei Beratungstage angeboten. Die Angeschriebenen sollen sich mit einem konkreten Terminwunsch an das jeweilige Büro wenden. Dort werden 9 Beratungstermine von jeweils 45 Minuten zwischen 8 und 17 Uhr vergeben. Sollten mehr Beratungswünsche ankommen, werden neue Beratungstage mit Steffen Spengler abgesprochen.

Sollten sich aus den Beratungsgesprächen konkrete Rechtsfälle ergeben, so werden diese vom IG BAU Rechtschutz und dem DGB Rechtschutz weiterbearbeitet.

 
Mitbestimmung: Wenn die Arbeit ausufert

 

Junge Menschen gegen das Vergessen
Azubis und Gewerkschafter besuchten die Gedenkstätte Auschwitz
Vom 8. bis zum 13. September 2016 fuhren Auszubildende des Max-Born-Berufskollegs darunter junge
Gewerkschafter der IG Bauen-Agrar-Umwelt zur Gedenkstätte nach Auschwitz. Aufbauend auf die
Besichtigung des ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers erarbeiteten die Berufsschüler im
Rahmen eines mehrtägigen Nachbereitungstreffens thematische Texte, die in einer Broschüre
veröffentlicht werden.

 

Die Kooperation zwischen Schule und Gewerkschaft besteht seit vielen Jahren und ermöglicht es jedes Jahrvielen Jugendlichen sich mit der Geschichte des deutschen Faschismus und seinem mörderischen
Charakter an einem authentischen Ort auseinanderzusetzen.
Als Verfolgte Gruppe und Nazi-Gegner sehen sich Gewerkschaften diesem Thema verpflichtet. ChristianBegass, IG-BAU-Jugendbildungsreferent: „Durch politische Bildungsarbeit wollen wir jungen Menschenaufzeigen, wohin extrem rechtes Gedankengut führt. Denn allzu oft werden Jugendliche noch immer durchStammtischparolen wie jene der AfD und das Vorgaukeln von Kameradschaft in Kreise hineingezogen, diefür eine demokratiefeindliche Gesellschaftsordnung stehen.“
Fahrten zu Gedenkstätten und Aktionen gegen Rassismus tragen dazu bei, Jugendlichen diese Falle
aufzuzeigen und zu verdeutlichen, welche Hintergründe diese Menschen verfolgen und was aus deren
Taten resultiert. Ali Kosan, Gewerkschaftssekretär der IG BAU: „Darüber hinaus ist es wichtig, den jungenMenschen Alternativen zu benennen. Als demokratische, solidarische und weltoffene Organisation, ist dieIG BAU die beste Adresse für junge Beschäftige.“

Wir stehen unter Strom

 


© IG BAU (Jürgen Rümmler)
Dortmund, 15.06.2016
Zwölf Uhr mittags an der Dortmunder Reinoldikirche: Sie sind bunt – sie sind laut – und sie bekommen viel Zuspruch von den Passanten. Die IG BAU begeht den Internationalen Tag der Gebäudereinigung mit einer Kundgebung – und die Kolleginnen und Kollegen machen sehr phantasievoll und anschaulich klar, welche Höchstleistungen sie täglich bringen. Ausführlicher Bericht dazu im Lokalkompass.
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
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© IG BAU (Jürgen Rümmler)
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© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)

Junge BAU OWL mischt sich ein und mischt mit
Auf dem Weihnachtsmarkt in Bielefeld für Arbeitssicherheit geworben
Auf dem Weihnachtsmarkt in Bielefeld für Arbeitssicherheit geworben © Nora Wingenfeld
24.03.2016
Seit Frühjahr 2015 treffen sich aktive Mitglieder der Jungen BAU in Ostwestfalen-Lippe (OWL). Sie machen sich fit und mischen sich ein. Ob Tarifverträge oder Arbeitsbedingungen, ob politische Aktionen oder die Teilnahme am Sunrise-Festival der IG BAU, die Junge BAU OWL macht es sich zum Thema und ist dabei.

Mit nachfolgendem Bericht zieht die Junge BAU Resümee über ihr erstes Jahr und gibt Ausblick auf 2016.

Zu Beginn der Treffen setzten sich die jungen Mitglieder mit einem Gewerkschaftssekretär zusammen und machten sich mit Tarifverträgen vertraut. Mit steigender Teilnehmerzahl wurde zunehmend politisch gearbeitet.

Aktive, die bisher nur sporadisch bei den Treffen waren, kommen jetzt regelmäßig. Bei der Kundgebung am 1. Mai in Dortmund wurden Kontakte zu jungen Aktiven aus den Beziksverbänden Bochum-Dortmund (BoDo) und Emscher-Lippe-Aa (ELA) geknüpft.

Im Sommer 2015 hat sich die Junge BAU OWL dem Bielefelder Bündnis gegen Rechts angeschlossen. Die antifaschistische und antirassistische Arbeit wurde zu einem wichtigen Schwerpunkt für die Junge BAU. Die Aktiven machten sich inhaltlich fit, besuchten Seminare und beteiligten sich eigenständig an unterschiedlichsten Aktionen. Zu den Themen Flüchtlingssituation und sozialer Wohnungsbau wurde im November ein Transparent gefertigt und an einem leerstehenden Bielefelder Haus befestigt.

Ein Höhepunkt war die Bildungsfahrt der Jungen BAU Westfalen zur niederländischen Gewerkschaft FNV Bouw nach Amsterdam. Kontakte knüpfen, sich über die aktuelle Arbeit austauschen, einander kennenlernen und gemeinsame Aktionen verabreden, so sieht internationale Gewerkschaftsarbeit aus. Weiterbildung im Bereich der jüdischen Geschichte in Deutschland und in Europa und der deutsch-niederländischen Geschichte verbessern das gegenseitige Verständnis.

Die Vernetzung mit anderen jungen GewerkschafterInnen in Westfalen und die gemeinsame Fahrt und Vorbereitung der Demo gegen TTIP/CETA nach Berlin stärken die Gruppe.

Um auf die zum Teil katastrophalen Bedingungen auf den Baustellen aufmerksam zu machen, wurde eine Aktion zur Arbeitssicherheit am Bielefelder Weihnachtsmarkt durchgeführt.

Alle bringen ihre unterschiedlichen Ideen und Wünsche, ihre Interessensschwerpunkte und Bedürfnisse ein, das wirkt idenditätsstiftend und steigert die Verbindlichkeit.

Im Februar 2016 wurde der Bezirksjugendvorstand OWL gegründet und Kontakt zur Jungen BAU auf Bundesebene aufgenommen.

Schwerpunkte für 2016 werden die Arbeit gegen Rechts und für Flüchtlinge sowie die Tarifrunde Bauhauptgewerbe sein. Es soll Aktionen unter dem Motto „Faire Arbeit. Jetzt!“ geben und neue Mitglieder geworben und passive Mitglieder aktiviert werden.

Mit der DGB-Jugend ist eine Aktion zum Thema TTIP/CETA am 1. Mai in Bielefeld verabredet.

Der Bezirksvorstand freut sich über das Engagement dieser aktiven Jungen BAU in OWL und unterstützt ihre Aktivitäten.

IG BAU – die tun was!

© Nora Wingenfeld

Gemeinsam wird ein Banner entworfen und hergestellt

© Nora Wingenfeld

… und an einem leerstehenden Haus in Bielefeld aufgezogen.

© Nora Wingenfeld

Thema Arbeitssicherheit bewusst machen

© Nora Wingenfeld

Passanten lassen sich gerne aufhalten

Tarifbewegung in Westfalen ist gestartet!

4.Februar 2016

Am vergangenen Samstag den 30.Januar versammelten sich über 60 Bauarbeitnehmer aus den westfälischen Baubetrieben zur Tarifkonferenz der IG BAU in Oer-Erkenschwick. Nachdem die Tarifergebnisse aus 2014 vorgestellt wurden, informierte Steffen Spengler von der SOKA BAU die Kollegen über die neue Tarifrente Bau, die im Januar 2016 in Kraft getreten ist und in Ost- wie Westdeutschland Gültigkeit hat. Gleichzeitig wurden die Ergebnisse zur anstehenden Tarifforderung aus den Versammlungen der einzelnen Bezirksfachgruppen präsentiertund diskutiert.

Jetzt geht es darum, in den Betrieben die Tarifforderungen, die am 16.Februar von der Bundestarifkommission aufgestellt werden, in den Betrieben und auf den Baustellen zu kommunizieren!

Fotos: Zöppel

 

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Beton- und Fertigteilindustrie Nordrhein-Westfalen: Abschluss erzielt
25.11.2015
Am 24. November fand in Duisburg die dritte Verhandlungsrunde zum Entgelttarifvertrag für die Beschäftigten in der Beton- und Fertigteilindustrie Nordrhein-Westfalen statt. Nach nochmals schwierigen Verhandlungen einigten sich die Tarifvertragsparteien in den Nachmittagsstunden auf nachfolgendes Ergebnis:

Der neue Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit von 24 Monaten vom 1. Juli 2015 bis zum 30. Juni 2017.

Die Eckentgeltgruppe E 6.2 wird ab dem 1. Dezember 2015 um 70 Euro und ab 1. Juli 2016 um weitere 70 Euro angehoben. Die Entgelttabelle wird entsprechend dem Prozentgitter angepasst.

Alle Beschäftigten erhalten mit der Dezemberabrechnung 2015 eine Einmalzahlung in Höhe von 390 Euro, Auszubildende in Höhe von 125 Euro. Teilzeitbeschäftigte erhalten diese Einmalzahlung anteilmäßig.

Eine technische Kommission der Tarifvertragsparteien wird sich mit dem Geltungsbereich des Tarifvertrags über die überbetriebliche Zusatzversorgung im Betonsteingewerbe (Beton- und Fertigteilindustrie und Betonsteinhandwerk) Nordwestdeutschlands (TVZN) befassen.

Es wird ein neuer Tarifvertrag „Standortsicherung“ als qualifizierte Öffnungsklausel abgeschlossen.

Das U in IG BAU zum Zweiten

Fracking und Luftbelastung durch Baumaschinen

28.10.2015
Ein themenreiches und intensives Seminar wurde von der Region Westfalen zur Reihe „Das U in der IG BAU“ im September zum bundesweiten Klimaaktionstag durchgeführt. In zwei Themenblöcken sammelten die KollegInnen Informationen zu den Risiken und Chancen von Fracking und den Gefahren, die von Diesel in Baumaschinen für Mensch und Umwelt ausgehen.

Fracking – Chancen oder Risiken der Erdgasgewinnung

Seit dem letzten Gewerkschaftstag nimmt die IG BAU eine ablehnende Haltung gegenüber Fracking ein und begründet das mit den Risiken, die von dieser Technologie für Mensch und Umwelt ausgehen. Das hinderte die Region Westfalen jedoch nicht, Fracking noch einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Dazu hatte sie zwei Experten eingeladen, die recht gegensätzliche Meinungen vertreten, wenn es um die Frage geht, ob es Risiken gibt bzw. ob diese beherrschbar sind.

Für Josef Tumbrinck vom Naturschutzbund (NABU) Nordrhein-Westfalen und Dr. Nikolai Delling, Senior Referent für Altlasten und Bodenschutz bei der DEA Deutschen Erdoel AG und seit 1982 Mitglied der IG BAU, war klar: Wir brauchen Erdgas als Energieträger noch einige Jahrzehnte.

Der Klimawandel ist einer der größten Herausforderungen für heutige und zukünftige Generationen. Um diesen aufzuhalten, sollten wir fossile Energieträger wie Kohle, Öl und auch Gas für Energieerzeugung nicht mehr auf ewig nutzen – auch wenn es weiterhin große Vorkommen gibt. Bis Ende des Jahrhunderts sollte die Menschheit andere Energiequellen für sich erschlossen haben. Für Deutschland steht das Ziel 2050.

Das bedeutet, dass Erdgas für die Zeit, bis erneuerbare Energien endgültig ihren Siegeszug antreten können, eine unerlässliche Rolle spielen wird. Und das auf Jahrzehnte. Es ist unter den fossilen Geschwistern dasjenige, das sich mit dem Klima noch am besten verträgt.
Doch ab diesem Punkt schieden sich dann die Geister. Auch wenn wir Erdgas weiterhin brauchen, sollte dafür unkonventionelles Fracking genutzt werden? Wie sehen Risiken aus? Gibt es sie überhaupt? Oder handelt es sich um eine gut beherrschbare Technologie, bei der die Vorteile überwiegen?

Risiko heutiger Wissensstand?

„Der Energieverbrauch kann so nicht weiter gehen. Sicherlich kann man mit Erdgas noch Jahrzehnte Geld verdienen, global ist das jedoch eine Sackgasse. Und dann stellt sich für mich die Frage: Wer steigt wie schnell aus?“, so Josef Tumbrinck.
„Es gibt genügend konventionell gefördertes Gas auf der Welt, wo Fracking zur Förderung nicht nötig ist. Da brauchen wir keine Erdgasförderung, bei der wir tief in das geologische Gefüge eingreifen und nicht genau wissen, was die Folgen sind“, so Tumbrinck weiter. „Es gibt zahlreiche Beispiele in der menschlichen Geschichte, wo sich herausstellte, dass man nicht alle Auswirkungen voraussehen konnte. Die Menschen haben in den Industrieländern ziemlich kaputte Landschaften hinterlassen, die wir heute wieder reparieren.“
Das bedeutet wiederum, dass eine gesetzliche Regulierung von Fracking nicht hilft, wie sie die Bundesregierung vorhat.

Für den Geologen Nikolai Delling ist es eindeutig: „Wir benötigen noch sehr lange den aus klimatologischer Sicht günstigsten fossilen Brennstoff Erdgas als Energielieferanten. Und wir wären dumm, nicht die eigenen, vorhandenen Ressourcen umweltschonend zu nutzen. Wenn wir in 5000 Meter Tiefe Risse erzeugen, um Erdgas zu fördern, hat das keinerlei Einfluss auf oberflächennahe Grundwasserleiter. Das ist schon rein physikalisch nicht möglich. Wir reden hier von Naturgesetzen und jahrzehntelang erprobten Techniken, die außer Acht gelassen werden und über eine Polemik, die nur auf Emotionen setzt.“

Genauer führt er aus: „Der Boden ist nicht einfach ein homogener Boden aus dem sowohl unser Trinkwasser als auch andere Rohstoffe wie z.B. Erdgas kommen. Wir haben es hier mit Gesteinsschichten zu tun. Da ist es sehr wohl ein Unterschied, ob ich in 200, 500 oder 5000 Meter arbeite, wo überhaupt keine Gefährdung von oberflächennahem Grundwasser besteht. In größeren Tiefen gibt es nämlich kein Grundwasser, das ich nutzen könnte.“

Risiko Frackfluide ?

Josef Tumbrinck thematisierte eine große Sorge der Bevölkerung und auch der TeilnehmerInnen. Nämlich die Frage nach den chemischen Zusatzstoffen in den sogenannten Frackfluiden, die mit großen Mengen Wasser vermischt in den Boden verpresst werden, um das Erdgas aus dem Gestein zu lösen. Auch hier hätten die Positionen der beiden Referenten nicht unterschiedlicher sein können.

Nikolai Delling sieht es als unproblematisch an, Stoffe zu nutzen, die nach der Rezeptur der DEA alle auch im gebräuchlichen Haushalt vorkommen und als Frackfluide der Wassergefährdungsklasse 1 (wie auch Milch oder Salzwasser) zugeordnet werden.
Für Tumbrinck ist es nicht sicher, dass alle frackenden Unternehmen auch wirklich nichttoxische Substanzen nutzen. Dies stellt Delling als unterstellende Polemik dar, die nur weiter verunsichern soll statt aufzuklären. Daneben ist die Toxizität der Fluide von nachrangiger Bedeutung, da sie nicht mit der schützenswerten Umwelt in Kontakt kommen.

Risiko Bohrlöcher?

Auch auf die Frage der Teilnehmerin Thea Mersch aus Dortmund, was denn mit den Bohrlöchern sei, wo der Austausch zwischen ‚oben‘ und ‚unten‘ stattfindet, sie sei sich nicht sicher, ob die Versiegelung der Bohrlöcher tatsächlich auf Dauer halten, war Delling eindeutig: „Es ist in Deutschland noch nie zu ernsthaften Vorfällen um Bohrlöcher gekommen. Die Bohrlöcher und genutzten Materialien haben sich bewährt. Das können wir sagen, weil die DEA das seit Jahrzehnten in Deutschland macht. Allein in Niedersachsen gibt es 8600 Bohrlöcher.“

Beide Referenten widerspiegelten die gegensätzlichen Positionen, die es nun bei der anstehenden Regulierung von Fracking unter einen Hut zu bringen gilt. Für die TeilnehmerInnen wie Oliver Beizel aus Bad Berleburg stand das Fazit zur Veranstaltung: „Ich fand diese Auseinandersetzung sehr fruchtbar für meine eigene Meinungsbildung.“

Für weitere Informationen, auch zur Funktionsweise von Fracking, finden sich die Präsentationen der beiden Referenten hier als Download.

Rußpartikel fliegen bis zur Arktis und gelangen bis ins menschliche Gehirn

Rußpartikel gehören zum Feinstaub. Ungefähr 20 Prozent des Feinstaubs in Deutschland kommen aus dem Verkehr. Und davon tragen Baumaschinen in Städten nur 0,2 – 2 Prozent bei. Wieso ist das also so ein Problem?
Es gibt zwei Ebenen, auf denen Rußpartikel, die bei weitem nicht den Durchmesser eines Haares erreichen, sondern sich nur in Mikrometern messen, schaden: dem Klima und der Gesundheit. Besonders betroffen ist die Gesundheit der KollegInnen, die mit dieselbetriebenen Maschinen arbeiten – und das ist in fast allen IG BAU Branchen der Fall.

„Über Winde werden Rußpartikel an die Pole und auf Gletscher getragen. Dort setzen sie sich ab und verhindern eine Reflektion des Sonnenlichtes“, arbeitete Kollege Oliver Beitzel aus Bad Berleburg heraus. „Jeder kennt den Effekt, den schwarze Kleidung in der Sonne hat. Es wird warm. Deswegen trägt man im Sommer auch helle Sachen.“

Laut Bericht des Weltklimarates 2013 ist Ruß global für eine Erwärmung von umgerechnet ca. 0,5 °C verantwortlich. Rußpartikel beeinflussen auch die Wolkenbildung und führen damit zu anderen Niederschlägen. Je wärmer die Luft, desto weniger Wolken entstehen.
Die andere Ebene ist der Gesundheitsschaden, der durch Rußpartikelausstoß entsteht. Und dabei ist es völlig egal, ob Baumaschinen zu 1, 2 oder 15 Prozent Anteil an der Gesamtbelastung von Feinstaub tragen. Rußpartikel sind per se schädlich, weil sie eingeatmet überall in den Körper gelangen können und zu Stoffwechsel- und Kreislauferkrankungen sowie Lungen- und Blasenkrebs führen können. Bauarbeiter haben eine 10mal so hohe Wahrscheinlichkeit daran zu erkranken, wenn sie regelmäßig Feinstaub ausgesetzt waren. Als Baumaschinenführer kann man davon ausgehen, während seines Arbeitslebens einer potentiell krankmachenden Belastung ausgesetzt zu sein.

„Deswegen hilft nur eines!“, sagt Frank Rennekamp, stellv. Bezirksvorstand Münster Rheine. „Ein Rußpartikelfilter! Er müsste verpflichtend in allen Maschinen verbaut sein.“ Denn nur so ist den Rußpartikeln zu 99 Prozent beizukommen.
Für verschiedene Maschinen mit verschiedenen Leistungsklassen gibt es verschiedene Filterlösungen. Es gab auch die Gelegenheit, sich einen anzusehen. Vor der Bildungsstätte parkte extra ein kleiner Gabelstapler mit Filtersystem. Hier konnten die TeilnehmerInnen den Ausbrennungsprozess des Filters, der allen Rußpartikeln den Garaus macht, mit ansehen.Temperaturmessung beim Ausbrennen des Rußpartikelfilters © IG BAU (Lisa Bauch)

Hier gibt es beispielhafte Hintergrundinfos zu Feinstaub und FiltersysteTemperaturmessung beim Ausbrennen des Rußpartikelfilters © IG BAU (Lisa Bauch)men:

Interessierte können von beiden Hintergrundinfos Power-Point-Dateien bestellen. mailto: lisa.bauchE-Mail-Adresseigbau.de

Ausbildungsreport der DGB-Jugend NRW

17 NOVEMVER 2015


Von links nach rechts: Sarab Aclan, Jugendbildungsreferentin DGB OW; Armin Wiese, Geschäftsführer NGG Detmold-Paderborn; Falko Blumenthal, Jugendbildungsreferent IG BAU. // Foto: NRW DGB|

In Bielefeld wurde heute der achte Ausbildungsreport der DGB-Jugend NRW vorgestellt. Von den rund 8.000 Befragten kommen 2.500 duale Auszubildende aus OWL.
„Erfreulich ist, dass mehr als 70 % der befragten Jugendlichen mit ihrer Ausbildung zufrieden sind“, erklärte Sarab Aclan, Jugendbildungsreferentin beim DGB OWL. Aber nach wie vor gebe es erhebliche Unterschiede zwischen den Berufen, und nach wie vor erhalte längst nicht jeder Jugendliche eine Lehrstelle: „Wenn Unternehmen ihrer Verantwortung nicht nachkommen und nicht für ein auswahlfähiges Angebot an Ausbildungsplätzen sorgen, muss sich die Politik einschalten. Die Arbeitgeber haben im Ausbildungskonsens für 2015 dreitausend zusätzliche Lehrstellen zugesagt. Diese Zusage ist bis heute nicht eingelöst worden.“ Nur noch jedes fünfte Unternehmen in NRW bilde überhaupt aus.

Schwerpunkt der aktuellen Studie ist die Situation Jugendlicher mit Migrationshintergrund auf dem Ausbildungsmarkt. Hierzu gab es überraschende Befunde. „Der Ausbildungsreport zeigt Probleme beim Zugang zur Ausbildung für migrantische Jugendliche auf“, „So münden sie häufiger in einen Beruf rein, der nicht ihrem ursprünglichen Wunsch entspricht oder der für sie gar eine Notlösung darstellte.“ Auch sei es für Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte schwerer, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu finden.
Sobald diese Hürde aber geschafft ist, gleicht die Zufriedenheit „herkunftsdeutscher“ und „migrantischer“ Auszubildender. Aclan: „Überaus positiv ist es, dass die Ergebnisse nur gering von den Aussagen der befragten ‚herkunftsdeutschen‘ Jugendlichen abweichen. Während insgesamt 70,9 % der Auszubildenden sehr zufrieden oder zufrieden mit ihrer Ausbildung waren, lag dieser Anteil bei den Auszubildenden mit Migrationshintergrund um 2,7 Prozentpunkte (68,2 %) darunter. Somit kann man feststellen, dass eine duale Ausbildung ganz maßgeblich zu einer gelungenen Integration beiträgt.“
Das Ergebnis bestätigt die Einschätzung des DGB, dass die besten Chancen zur Integration für Geflüchtete bestehen, wenn sie schnell in Ausbildung und Arbeit kommen. Auch dieses Jahr lagen die Ausbildungsberufe in dem Hotelund Gaststättengewerbe auf dem letzten Drittel der Gesamtbewertung, „weil gerade in diesen Branchen die Mitbestimmungsstrukturen und Interessenvertretung in den Betrieben oft fehlen“, betont Armin Wiese, Geschäftsführer der NGG Paderborn-Detmold.
So ist zum Beispiel, nach eigener Auswertungen, in dem Ausbildungsbetrieb Gräflicher Park in Bad Driburg in den letzten Jahren die Ausbildungsqualität durchweg positiv. Bei diesem Betrieb existiert eine aktive Jugendvertretung und ein Betriebsrat, der die Auszubildenden betreut und begleitet. „Die Befragungsergebnisse im Ausbildungsreport stützen diese Bewertung: Die Zufriedenheit mit der Ausbildung steigt, wenn es im Betrieb eine Interessensvertretung gibt.“, so Wiese.
Das Handwerk hat es immer noch schwer, Auszubildende zu finden und zu halten. Hier gibt es eine hohe Abbruchquote der Ausbildung. Falko Blumenthal von der IG BAU bewertet die Situation und bemängelt u.a. die Sicherheitsmaßnahmen und die fehlenden Arbeitsmaterialien in einigen Ausbildungsberufen der Bau- und Agrarbranche: „Viele Auszubildende aus Ostwestfalen kommen zu uns und klagen über fehlende Sicherheitskleidung oder Arbeitsmaterial. Oftmals wird von ihnen verlangt, zum Beispiel Sicherheitsschuhe, aus eigener Tasche zu kaufen. Das geht so natürlich nicht. Der Arbeitgeber muss für die Kosten der Berufsbekleidung oder des Arbeitsmaterials aufkommen.“

Seminar Aktiv im Bauhauptgewerbe der Region Westfalen am 23./24.10.15

Auf dem Seminar „Aktiv im Bauhauptgewerbe“ trafen sich am Wochenende Kollegen aus Betrieben des Bauhauptgewerbes der Region Westfalen um sich intensiv über die IG BAU Kampagne “ Faire Arbeit.JETZT!“ zu informieren und die Tarifrunde 2016 im Bauhauptgewerbe vorzubereiten.




Fotos: H.M

Gut vorbereitet für den Ernstfall

© IG BAU (Jürgen Rümmler)
Dortmund, 17.09.2015
Gut vorbereitet für den Ernstfall starten 50 Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Gebäudereinigungsunternehmen in die nächste Tarifrunde. In der CJD-Zeche Germania in Dortmund machten sie sich gemeinsam fit zum Thema „Betriebsrat im Arbeitskampf“.
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
Siegerland: Junge BAU. Anders & stolz

© Sascha Klein
11.09.2015
Beratung, Bildung und Bewegung in den betrieblichen und tariflichen Themen werden als Kernkompetenzen der IG BAU wahrgenommen. Das zweite Standbein der Gewerkschaft, der Einsatz für unsere Grundwerte Freiheit, Gleichheit und Solidarität, wurde in letzter Zeit auch wieder in den Medien präsent:

Robert Feiger tritt vehement für Flüchtlingsrechte ein. Die IG BAU verlieh, begleitet durch die Toten Hosen, ihren Georg-Leber-Preis für Zivilcourage an das Ehepaar Lohmeyer in Jamel, Mecklenburg-Vorpommern, für ihr Engagement gegen Rechts.

An der Basis ist die Gewerkschaft in ihrem Engagement oft durch die Junge BAU vertreten – meist ganz konkret und beispielsweise in Form direkter Hilfe für Kriegsflüchtlinge aus Syrien und verfolgte Roma aus den Balkanländern. Das Sommer-Highlight für die Gewerkschaftsjugend im tiefen Süden von Nordrhein-Westfalen war der Christopher Street Day in Siegen.

Schwulen- und Lesbengruppen, Verbände, Parteien, Gewerkschaften und Jugendgruppen zeigten am 15. August, wie bunt das Siegerland ist. Ein Trupp der Jungen BAU ergänzte den Gewerkschaftsblock und lief mit der Gruppe der ‚Schwulen Lehrer in der GEW‘, flankiert vom DGB. Zwei der Jugendlichen hatten sich zuvor hingesetzt und ihre Position und sich selbst in wenigen Worten zusammengefasst. Mit dem Schild ging es dann über die Demo: „Junge BAU. Anders & stolz“.

Genau so wichtig wie eine mächtige Demonstration ist das Feiern danach: Die Fußgängerzone verwandelte sich in eine Mischung aus Tag der Offenen Tür der Schwulen- & Lesbenpolitik, aus Straßenfest und, vor allem, geilem Rockkonzert mit klarer Kante für Solidarität und gegen Rechts. Vorne dabei: Die Junge BAU beim Pogo zum Auftritt von Los Potatoes.

IG BAU – die tun was!

Ein Beitrag unseres Kollegen Falko Blumenthal.

BezirksschülerInnenvertretung Dortmund: Solidarität mit den Gebäudereinigungskräften
Schluss mit Turbo-Putzen im Krankenhaus

© IG BAU (Jürgen Rümmler)
Dortmund, 07.09.2015
Die Kolleginnen und Kollegen der Firmen Spodeck und Piepenbrock im Objekt Josefskrankenhaus in Dortmund wurden von ihrer IG BAU über den aktuellen Stand der Tarifverhandlungen in der Gebäudereinigung informiert. Sie machen einen verantwortungsvollen Job im Krankenhaus. Und sie machen klar: wir stehen hinter den Forderungen unserer IG BAU – es muß Schluss sein mit dem Turbo-Putzen!
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
© IG BAU (Jürgen Rümmler)
Barrierefrei und leicht

© IG BAU (Sven Bönnemann)

14.04.2015
Zu einem besonderen Workshop trafen sich die Mitglieder des Teamer-Arbeitskreises der IG BAU-Region Westfalen. Thema: funktionaler Analphabetismus, genauer gesagt „Barrierefreie Methoden“ und „Leichte Sprache“.
Unterstützt wurde der Arbeitskreis vom DGB-Bildungswerk Nordrhein-Westfalen.
Besuch aus Steinbach war auch vor Ort. Barbara Tschirner Leiterin der IG BAU-Bildungsstätte, hat am Workshop teilgenommen.

Polierseminar

© IG BAU
27.03.2015
Abwechslungsreich, informativ und unterhaltsam. Das alles trifft auf das Polierseminar zu, welches die IG BAU-Regionen Westfalen und Nord gemeinsam anboten. Und das Besondere daran: Die Partner/Innen waren mit dabei.

80 Personen, also 40 Poliere plus jeweilige Partner/In, waren vom 20. bis 22. März ins Berliner Seehotel Grunewald gekommen, um zusammen ein kurzweiliges Wochenende zu verbringen.

Dabei standen natürlich für die Poliere die Bau-Themen im Mittelpunkt. Referenten der SOKA-BAU stellten den Kollegen die Tarifrente Bau vor und hatten für alle aufkommenden Fragen Antworten. Für die Referenten der Bau-BG standen die Haftungsfragen der Poliere auf den Baustellen im Mittelpunkt, sie brachten die Teilnehmer auf den neusten Wissensstand, beantworteten Fragen und gaben zahlreiche Tipps.

Während die Fachleute vom Bau Informationen aus erster Hand bekamen, begaben sich die Partner/Innen zum Begleitprogramm.

Abends waren alle wieder vereint und ließen den Tag bei Sauvesper mit Glühwein sowie mit dem Kabarett „Das fliegende Brettl“ gemütlich ausklingen.

Alles in allem ein rundum gelungenes Wochenende, welches zeigt: Die IG BAU kennt die Wichtigkeit der Poliere auf den Baustellen.

© IG BAU
Volles Haus bei der Begrüßung am Freitagabend © IG BAU (Sven Bönnemann)
Frauen räumen auf mit …..

Internationaler Frauentag in Gelsenkirchen

11.03.2015
Ein buntes Bild bot sich den Passanten am Samstag, 7. März 2015, in der Gelsenkirchener Fußgängerzone.


Gemeinsam mit den Frauen vom offenen Frauen-Netzwerk Gelsenkirchen waren die IG BAU-Frauen aus dem Bezirksverband Emscher-Lippa-Aa unterwegs, gut ausgestattet mit Rosen und Flugblättern zum Verteilen. Die Frauen nutzten diese Aktion aber auch, um über die Dinge, die uns heute im Alltag leider viel zu oft begegnen, wie Rassismus, Diskriminierung, religiöser Fundamentalismus etc,. zu reden und aufzuklären.

Um die „Botschaften“ besser an den Mann bzw. die Frau zu bringen, hatten die Frauen Dinge, mit denen sie aufräumen wollten, auf Kartons geschrieben – und diese Kartons in einen Bollerwagen gepackt. Mit ihrem Gefährt zogen sie viele Blicke auf sich, verschenkten ihre Rosen und kamen dabei mit Passantinnen und Passanten ins Gespräch.
Zur Mittagszeit trafen sie sich mit den Netzwerk-Frauen zu einem kleinen Demo-Zug unter dem Motto: „Frauen räumen auf mit…“. Hierbei wurden die Kartons nun mit Besen durch die Straße gekehrt und auf dem Bahnhofsvorplatz mit großem Hallo „ in die Tonne gekloppt“, wie man hier im Ruhrgebiet so schön sagt.
Ein Beitrag nach Material unserer Kollegin Rosemarie Bludau.
„We want Sex(uality)“

„We want Sex“ (uality)! Oder frei übersetzt: Wir wollen Geschlechtergleichheit“, so lautet die Forderung der IG BAU-Frauen aus dem Bezirksverband Bochum-Dortmund, und das nicht nur am Internationalen Frauentag. Gut gelaunt hatten sie sich zum Frühstücksbrunch getroffen. Und zum Frauen-Frühstück am Frauentag gab’s neben vielen selbst gemachten Leckereien als Einstieg ins eigentliche Thema die Sozialkomödie „We want Sex“.
Im sonst eher kühl wirkenden Sitzungszimmer hatte der Vorstand des Arbeitskreises ein kleines Wunder vollbracht. Schön gedeckte Tische und Blumen mit selbstgemachten Salaten, Kuchen und Brötchen warteten auf die Frauen – und dann wurde gemeinsam der Kinofilm „We want Sex“ angesehen. Der Film des Regisseurs Nigel Cole erzählt die Geschichte des ersten Arbeiterinnen-Streiks 1968 in Großbritannien und ist ein Lehrstück über den politischen Mut von Frauen.

1968: Die Arbeiterinnen in der Fabrik von Ford in Dagenham, Essex, nähen bei brütender Hitze für sehr wenig Geld Autositzbezüge. Sie wurden für diesen Job angelernt, bekamen aber weniger Geld als ihre männlichen Kollegen in anderen Anlernberufen. Irgendwann reicht es Ihnen und sie streiken für gleichen Lohn. Das endet schließlich im „Equal Pay Act“ von 1970, einem Gesetz des Vereinigten Königreichs, das ungleiche Behandlung von Männern und Frauen in Bezug auf Löhne und Arbeitsbedingungen verbietet.

Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit ist noch immer nicht durchgesetzt. Noch immer verdienen Frauen in der Bundesrepublik im Durchschnitt 22 Prozent weniger als die Männer, so die empörte Diskussion der Gewerkschafterinnen. Die Einstufung von Frauen erfolgt oft nicht entsprechend ihrer Qualifikationen und oft fehlt die Transparenz, die notwendig ist, um gleichwertige Arbeit in die gleiche Tarifgruppe einzuordnen.

Den Mut der britischen Frauen aus dem Jahr 1968 haben auch die Frauen der Gegenwart im Jahr 2015. Die Überzeugung, dass es richtig und wichtig ist, sich weiter mit den Gewerkschaftskolleginnen und -kollegen gemeinsam für Gleichstellung einzusetzen, war das Fazit ihres Frauentags-Brunchs. „Wir wollen Lohn- und Gehaltsstrukturen auf Ungleichheit untersuchen und Missstände aufdecken und anprangern“, sagen Gabriele Henter und die IG BAU-Frauen aus dem Bezirksverband Bochum-Dortmund und fordern Wirtschaft und Politik auf, diese Ungerechtigkeit endlich zu beseitigen.

IG BAU – die tun was!

® IG BAU (Jürgen Rümmler)

Auch eine Komödie ist nicht immer nur zum Lachen

® IG BAU (Jürgen Rümmler)

Angeregte Diskussionen über das was zu tun ist

Das war erst der Anfang

Bezirksübergreifende Fachgruppenversammlung Gebäudereinigung in Westfalen

Dortmund, 20.04.2015
Am Samstag, 18. April 2015, fand in Dortmund die erste bezirksübergreifende Fachgruppenversammlung der Gebäudereinigung in Westfalen statt. Die über 50 anwesenden KollegInnen waren sich schnell einig, als es darum ging: Was machen wir zu den Tarifverhandlungen?

Alle Anwesenden wollen am 1. Mai auf den Kundgebungen in ihren Städten bekanntgeben, wie die Situation in der Gebäudereinigung aussieht und welche Forderungen für die Tarifrunde 2015 im Bundesfachgruppenvorstand einstimmig aufgestellt wurden.

Am 13.Juni soll in Dortmund eine große Veranstaltung stattfinden, um am Tag der Gebäudereinigung erneut auf die Tarifrunde aufmerksam zu machen. Auch hieran beteiligen sich alle fünf Fachgruppen aus Westfalen. „Da geht richtig die Post ab, lasst euch überraschen,“ sagt die Fachgruppenvorsitzende des Bezirksverbandes Bochum/Dortmund, Petra Vogel, stellvertretend für die Fachgruppenvorsitzenden der Region.

Gartenbau Nordrhein-Westfalen: Erstes Sondierungsgespräch

17.04.2015
Zum Auftakt der Tarifrunde Gartenbau 2015 trafen sich die arbeitnehmer- und arbeitgeberseitigen Tarifkommissionen zu einem ersten Gespräch am 16. April in Köln. In diesem Sondierungsgespräch wurden die jeweiligen Einschätzungen der branchenwirtschaftlichen Ausgangslage für die Lohn- und Gehaltsforderung von 5,5 Prozent der IG BAU diskutiert.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Gartenbaus wird zu Recht im Jahresbericht 2014 des Zentralverbandes Gartenbau hervorgehoben: Insgesamt 700.000 Beschäftigte, 78 Milliarden Euro Umsatz und 19,5 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung sind die Eckdaten, die das Gartenbaucluster zu einem überaus bedeutenden Teil der deutschen Landwirtschaft machen. Im Bericht weiter: Rund 7,8 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung werden von den Gartenbausparten erwirtschaftet.

In Nordrhein-Westfalen nehmen die etwa 1.800 Betriebe im Zierpflanzenanbau, die circa 39 Prozent der Umsätze auf Bundesebene erwirtschaften, eine zentrale Rolle ein. Deutlich wird an diesem Beispiel, dass der jährlich erwirtschaftete Umsatz der Zierpflanzenanbaubetriebe in NRW von 583 Millionen Euro ohne das tägliche Arbeiten der 5.600 Beschäftigten in dieser Gartenbausparte undenkbar wäre.

Von daher ist die Tarifforderung der IG BAU keineswegs überzogen, sondern ergibt sich aus der Logik derer, die ihre Arbeitskraft so verkaufen müssen, dass sie davon einigermaßen gut leben können.

Ein Termin für das erste Tarifverhandlungsgespräch für den Gartenbau in Nordrhein- Westfalen wurde zunächst nicht vereinbart.

Regionale Tarifkonferenz beschließt Forderungen
baustoff
„Auf zum 1. Mai“… und die Junge BAU Westfalen war dabei!
Den Tag der Arbeit nahmen die jungen Aktiven der IG BAU aus der Region Westfalen zum Anlass um ein regionales Treffen zu organisieren. Bereits am Vorabend trafen sie sich in Dortmund und stimmten sich gemeinsam auf die 1. Mai-Demonstration ein. Das Treffen war für die jungen Gewerkschafter aus den unterschiedlichen Bezirken eine gute Möglichkeit  zusammenzukommen und  sich kennenzulernen. Es bot ihnen die Chance sich über ihre Ideen und Vorstellungen rund um politische und gewerkschaftliche Themen auszutauschen.

Am Morgen machten sich die Jugendlichen gemeinsam auf und beteiligten sich lautstark an der 1. Mai-Demonstration der DGB Jugend Dortmund-Hellweg. Gemeinsam machten sie auf die mindere Ausbildungsqualität in ihren Branchen aufmerksam und forderten Offenheit und Toleranz gegenüber Flüchtlingen!


Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz
05.06.2015
Durch die Zusammenarbeit des Hans-Schwier-Berufskollegs Gelsenkirchen und der IG BAU-Region Westfalen erhielten interessierte Auszubildende die Möglichkeit der Teilnahme an einer Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz in Polen.

Die von der Region Westfalen organisierte und mitfinanzierte Bildungsreise hatte das Ziel, den Jugendlichen vor Ort die Unmenschlichkeit des faschistischen Regimes bewusst zu machen und ihre gewonnenen Erfahrungen mit anderen Azubis auszutauschen.

Die Teilnehmer waren fassungslos, als sie im Lager I in Auschwitz tonnenweise Haare und Koffer der Deportierten zu sehen bekamen.

Im Lager II Birkenau angekommen, wussten die Jugendlichen bereits aus den Ausführungen des Begleiters vom Vortag, was auf der Rampe passiert war. Hier wurden die Menschen, zumeist waren es Juden, durch Dr. Mengele von ihren Lieben getrennt. Arbeitsfähige kamen ins Arbeitslager, alle anderen, ohne Altersunterschied, direkt in die Gaskammern. „….Hier erlebten sie die endgültige Demütigung ihrer Menschenwürde, die Prozedur des Badens….“ schreibt Miklos Nyiszli in seinem Buch „Ich war Dr. Mengeles Assistent“.

Es ist unmöglich hier alles wiederzugeben, aber das Zitat des Philosophen George Santanya „Wer die Vergangenheit vergisst, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“ drückt aus, wie wichtig es ist, jungen Menschen diese Stätten der faschistischen Gräueltaten zu zeigen.

Wir bedanken uns bei der Region Westfalen der IG BAU, die sich organisatorisch und finanziell bereits seit zehn Jahren an diesem Projekt beteiligt und danken ebenso allen anderen Organisationen, die uns finanziell unterstützen

Ein Bericht unseres Kollegen Ali Kosan.

Seniorentreffen 2015 in Essen
Befristungen sind für’n Arsch

Befristungen sind für’n Arsch


© IG BAU (Wolfgang Berkes)
08.06.2015
„Faire Arbeit jetzt – Befristungen sind für’n Arsch“ – unter diesem Motto sind Mitglieder des IG BAU-Bezirksverbands Münster-Rheine in Münster in Aktion getreten.
IG BAU und Baustoffindustrie fordern Einhaltung der Tariftreue

Appell an Kommunen in Westfalen:

Keine Aufträge an Dumping-Firmen

Schluss mit dem Lohn-Dumping im öffentlichen Auftrag: Die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Verband der Baustoff- und Rohstoffindustrie (vero) fordern die Kommunen in Westfalen dazu auf, keine Aufträge mehr an Unternehmen zu vergeben, die ihren Mitarbeitern Niedriglöhne bezahlen. In einem gemeinsamen Aufruf pochen Gewerkschaft und Arbeitgeber auf die Einhaltung der Tariftreue. „Für gute Arbeit muss es gutes Geld geben. Tarifverträge garantieren faire Arbeit für die Beschäftigten und die nötige Flexibilität für die Unternehmen“, erklären IG BAU-Regionalleiter Bodo Matthey und vero-Hauptgeschäftsführer Raimo Benger. Gerade bei öffentlichen Bau-Aufträgen müssten die tariflichen Vereinbarungen unbedingt eingehalten werden.

Immer mehr Kommunen in Westfalen haben nach Angaben von IG BAU und vero in den vergangenen Monaten neue Dumping-Verträge abgeschlossen. Davon seien besonders das Baugewerbe und die Baustoffindustrie betroffen. So gebe es etwa beim Transport von Baumaterialien einen „knallharten Preiskampf“ – auf Kosten der Löhne und des Arbeitsschutzes. „Hier geht es um klare Verstöße gegen das Tariftreuegesetz. Es kann nicht sein, dass die öffentliche Hand Niedriglöhne akzeptiert, um das billigste Angebot zu bekommen“, sagt Bodo Matthey von der IG BAU Westfalen. Die Sparpolitik klammer Kommunen dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, so Matthey.

Das Tariftreuegesetz gilt in Nordrhein-Westfalen seit 2012. Es legt fest, dass öffentliche Aufträge nur an Unternehmen gehen dürfen, die tarifvertragliche Mindeststandards erfüllen. Städte und Gemeinden müssen danach neben fairen Arbeitsbedingungen auch Energieeffizienz und Qualität im Handwerk garantieren. Die IG BAU fordert deshalb bessere Kontrollen in den Kommunen. „Die Vergabestellen in Westfalen brauchen deutlich mehr Personal, damit öffentliches Lohn-Dumping auf dem Bau keine Chance mehr hat“, sagt Bodo Matthey.

„Wir können alles, nur nicht hexen“

>>>mehr Infos zur Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk

© IG BAU
Dortmund, 15.06.2015
Rund 120 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich vergangenen Samstag in Dortmund vor der St. Reinoldi-Kirche, um unter dem Motto „Wir können alles, nur nicht hexen“ auf die zunehmende Leistungsverdichtung in der Gebäudereinigung aufmerksam zu machen. Dieses Thema wird auch eine zentrale Rolle in den morgen beginnenden Tarifverhandlungen spielen.
Mit heiler Haut davonkommen

© IG BAU
01.07.2015
Die Pioniere für die Anerkennung von Hellem Hautkrebs als Berufskrankheit berichteten auf einem Seminar der IG BAU-Region Westfalen von ihrem Erfolg nach jahrzehntelanger Arbeit – und übergaben den Staffelstab an die Gewerkschaft.

Seit den 90er-Jahren kämpft die IG BAU für die Anerkennung des Hellen Hautkrebs als Berufskrankheit für diejenigen, die einen erheblichen Teil ihrer Arbeit unter freiem Himmel verbringen. Die Bauberufe von der Dachdeckerin bis zum Straßenbauer sind hier betroffen. Aber auch Sportlehrerinnen oder Erzieher.

Unter den Vorkämpfern sind Ärzte, die ihre Forschungsergebnisse in Gremien und auf Fachtagungen vorstellten, argumentierten, bewiesen und übersetzten. Und das erfolgreich. Heller Hautkrebs als Ergebnis jahrelanger ungeschützter Arbeit unter der Sonne ist seit dem 1. Januar dieses Jahres gesetzlich als Berufskrankheit anerkannt. Die langwierigen Verhandlungen ließen sich durch die Anekdoten vom ehemaligen DGUV-Referenten Otto Blome erahnen. Behandlung und Verhütung müssen von den Berufsgenossenschaften übernommen werden.

Jetzt ist es an den aktiven Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, das Berufsrisiko „Sonnenstrahlung“ in die Köpfe und vor allem in die Gewohnheiten der Kolleginnen und Kollegen draußen zu kriegen. Hierzu hat Bodo Matthey, Regionalleiter der IG BAU in Westfalen, die wichtigsten Experten zum Hellen Hautkrebs aus Ärzteschaft und Gewerkschaft für den 27. Juni nach Dortmund eingeladen. Mit über 60 Besucherinnen und Besuchern – vom ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen über selbst betroffene Kollegen bis hin zu um ihre gesundheitliche Zukunft besorgte Auszubildende aus dem Dachdeckerhandwerk – war der Konferenzsaal voll.

Prof. Dr. Wehrmann (Universität Münster) und Dr. Ulrich (Charité Berlin) fassten den Stand von Wissenschaft und Medizin zusammen. Jahrelange Sonnenbelastung der Haut – vor allem Gesicht, Nacken, Unterarme, bei einigen Kollegen aber auch der ganze Oberkörper bei entsprechender Baustellengarderobe – führt zu Hautkrebs. Im hohen Alter sind gut 50 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen betroffen. Bei vernünftiger Behandlung sind keine größeren Narben, keine Operationen notwendig. Unbehandelt entwickelt sich der Krebs jedoch weiter, zwingt zu Amputationen und kann tödlich enden.

Im ersten Schritt ist Vorsorge möglich. Speziell für den Arbeitseinsatz wurden Cremes und Sprays entwickelt, die nicht schmieren, nicht in die Augen laufen und nicht alle paar Stunden erneuert werden müssen. Die Textiltechnologie ist so weit, dass es langärmelige Hemden gibt, die die Haut kühlen und nicht reizen. Helme können mit Nackenschutz versehen werden. Hier hat die IG BAU in Kooperation mit Partnerfirmen Produkte zum Ausprobieren bereit gestellt, die konkret Abhilfe verschaffen und Betriebsräten und Arbeitsschutzbeauftragten helfen, anschaulich zu erklären, welche unkomplizierten Sicherheitsvorkehrungen möglich und nötig sind.

Anerkennung als Berufskrankheit bedeutet, dass die Behandlung nun als BG-Fall durchgeführt wird, auch bei alten, längst diagnostizierten Patientinnen und Patienten. Zuzahlungsfreie Medikamente und Untersuchungen sind nun einfacher möglich. Jeder Hautarzt kann und sollte sich an die zuständigen Stellen wenden. Zur Sicherheit gibt es jetzt zusätzlich in den Büros der IG BAU Formulare für Kollegen und Angehörige, um sich selbst um die Anerkennung per Brief zu kümmern.

Für die ehrenamtliche Aktiven der Gewerkschaft und die Sekretärinnen und Sekretäre der IG BAU geht es jetzt aber an die Umsetzung. Auf Baustellen, in Betrieben und Ausbildungszentren muss das Bewusstsein für die Gefahr Heller Hautkrebs geschaffen werden. Hier existieren Infomaterialien, die Gerd Citrich als Verantwortlicher für die Kampagne dem Seminar vorstellte. Die Lösung – Sonnenschutz und Vorsorgeuntersuchungen – müssen kommuniziert werden. Eventuell Betroffene und Gefährdete, also vor allem ältere Kolleginnen und Kollegen, müssen über ihre Rechte und Ansprüche rasch aufgeklärt werden. Vordrucke und Beratung durch die IG BAU können helfen, bürokratische Hürden zu überwinden.

Diesen Sommer tragen wir das Thema als bundesweite Kampagne nach draußen. Mit „Sonnometer“, Sicherheitshemd, UV-Schutzcreme und viel Wissen bewaffnet setzen wir nun vor Ort bei den Kolleginnen und Kollegen um, was mit einer gemeinsamen Initiative von Medizin und Gewerkschaft startete.

Otto Blome informiert.

Dr. Claas Ulrich von der Berliner Charité.